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| Angedacht. |
.Juli 2006 |
| Arbeit, Segen oder Fluch? - Gemeindebrief Sept. 2006 |
Arbeit ist eine zweckgerichtete
Tätigkeit der Menschen,
um den Lebensunterhalt zu
gewährleisten. Sie dient zur
Befriedigung materieller und
geistiger Bedürfnisse. Gott
will, dass wir Menschen arbeiten,
verheißt der Arbeit
Segen und fordert den gerechten
Lohn für sie. Das
sagt auch Jesus bei der
Aussendung seiner Jünger:
„Der Arbeiter ist seines
Lohnes wert.“ (Luk. 10, 7)
Die Arbeit ist also keine Strafe,
sondern eher eine Wohltat.
Laut Schöpfungsbericht
ist die Arbeit den ersten
Menschen als Auftrag gegeben,
die Erde zu bebauen und
zu bewahren. Keine Arbeit
haben ist schwer, ja für die
Dauer unerträglich. Ich denke
an die Lage der Arbeitslosen,
die gerne eine Beschäftigung
hätten und oft lange
und vergeblich nach einer
solchen suchen müssen. Wer
eine geordnete Arbeit hat, der
sollte Gott von Herzen dafür
dankbar sein, und wer keine
Arbeit hat, der bitte Gott,
dass er ihm zu einer geordneten
Beschäftigung |
verhelfe.
Aber wie groß auch der Segen
einer Arbeit ist, so drückend
kann sie werden, wenn sie
das Maß unserer Kraft überschreitet.
Harte und mühevolle
Arbeit ist Strafe, die
einen Menschen belastet. Wie
schwer wird es dann demjenigen,
die Seinigen oder die
Familie ehrlich und redlich
zu ernähren. Nicht nur im
einfachen Beruf muss man
sich im Schweiße des Angesichts
kummervoll ernähren,
auch im höheren Stande der
Bevölkerung ist es meistens
nicht anders. Nicht nur den
Bauern wachsen Dornen und
Distel, an denen man sich die
Hände zersticht. Nein, auch
auf dem Acker des Geschäftsmannes,
der Fabrikanten,
des Pfarrers und
Lehrers, auch auf dem Acker
des Gelehrten und Künstlers,
sowie des Präsidenten und
des Königs. Nicht umsonst
sagt man: „Auch des Königs
Fische haben Gräten.“ Überall,
in jedem Stand und Beruf
gibt es spitze Dornen und
Distel genug,
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überall gibt es Kummer und Sorgen. Ja, überall
gibt es Überanstrengung
und Anforderungen,
welche die Kräfte übersteigen.
Schwierigkeiten und
Verlegenheiten, die Ärger
und Not verursachen.
Das alles dauert nicht nur
einige Jahrzehnte, solange
der Mensch Reserven an Gesundheit
und Kraft besitzt,
um all diesen Anforderungen
gewachsen zu sein. Nein,
auch wenn die Kraft immer
mehr schwindet, die Gesundheit
immer wankender und
deshalb die Last des Berufes
immer drückender wird. Ja,
bis der Mensch wieder zur
Erde wird, von der er genommen
ist. Also bis in das
Grab hinein soll der Mensch
sich mühen und plagen.
Das ist das Strafmaß Gottes
wegen der Übertretung des
Gehorsams. Mühevolle Arbeit
bis zum Tode, das ist das Los
der Menschen. So steht es im
Schöpfungsbericht. Gott
sprach zu Adam: „Weil du
gehorcht hast der Stimme
deiner Frau und gegessen
von dem Baum, von dem
ich dir gebot, nicht davon
zu essen;
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verflucht sei der Acker um deinetwillen!
Mit Mühsal sollst du dich
von ihm nähren dein Leben
lang. Dornen und Distel
soll er dir tragen, und
du sollst das Kraut auf
dem Felde essen. Im
Schweiße deines Angesichts
sollst du dein Brot
essen, bis du wieder zur
Erde werdest, davon du
genommen bist. Denn du
bist Erde und sollst zu Erde
werden.“ (1. Mos. 3, 17-
19)
Sollen wir Menschen gegen
diese Strafe murren? Unzählige
tun das in unseren Tagen.
Sie wollen eine Arbeit
ohne Kummer und Schweiß,
einen Acker ohne Dornen und
Distel. Aber wenn man auch
die ganze gegenwärtige Gesellschaftsordnung
umstürzt.
Wetten, dass... ? Der Kummer
und der Schweiß werden
wieder da sein, die Dornen
und Distel werden wieder
wachsen. Wir Menschen werden
das nicht ändern. Wir
können diese Strafe nur demütig
tragen ohne Murren,
bis der Tod der Arbeit und
dem Kummer ein Ende
macht.
Sieghard Pietschner |
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