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| Angedacht. |
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| Passion |
In der Passionszeit gedenken
wir des Leidens und Sterbens
Jesu Christi. Wir erinnern
uns an seinen Gebetskampf
im Garten Gethsemane, den
Verrat des Jüngers Judas, die
Gefangennahme durch den
Hohenpriester Kaiphas und
die Verleugnung des Jüngers
Petrus. Weiter denken wir an
die Verhöre vor dem Hohen
Rat und vor dem römischen
Statthalter Pilatus, die Verurteilung
zum Tode und die
Hinrichtung durch Kreuzigung
auf Golgatha. Dem Hohenpriester
Kaiphas gebührt
der traurige Ruhm, der
Haupturheber der Hinrichtung
Jesu Christi gewesen zu
sein.
Hier stellt sich mir doch die
Frage: Warum musste das so
sein? Die Antwort: Es war
Bestimmung!
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Als die Zeit erfüllet war,
sandte Gott seinen Sohn,
geboren von einer Frau
und unter das Gesetz getan;
auf dass er die, so unter
dem Gesetz waren, erlöste,
damit wir die Kindschaft
empfingen.
(Gal. 4, 4+5)
Nirgends hat mich die Passionsgeschichte
so bewegt wie
in der Auslegung Paul Gerhardts
in dem Lied „Ein
Lämmlein geht und trägt die
Schuld...“ (Gemeinde-Gesangbuch
Nr. 206). Paul Gerhardt,
evangelischer Liederdichter,
selbst durch die Leiden
des 30-jährigen Krieges
geprägt, vermittelt uns in
diesem Passionslied, wer das
Schaf ist, das hier auf dieser
Erde so leiden musste. Er
stellt sein Lied unter den
Text des Propheten Jesaja 53, |
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1-10 und schildert uns einen
Dialog zwischen Gott Vater
und seinem Sohn Jesus
Christus. Paul Gerhardt
stellt sich hier die Frage: Wie
gut ist doch Gott, und wie
viel musste ihm an dem Heil
der Menschen liegen, dass er
sich zu diesem großen Opfer
entschließen konnte. Die Antwort
darauf gibt er selbst im
4. Vers. Es half nichts,
Propheten und andere
Knechte Gottes zu senden, sie
konnten das verlorene Gottesvolk
und die ganze verlorene
Menschheit nicht erretten.
Da musste Gott seinen
eingeborenen Sohn senden.
Geh hin mein Sohn, und
nimm dich an
der Sünder, die ich ausgetan
zu Straf und Zornesruten.
Die Straf ist schwer,
die Schuld ist groß,
du kannst und sollst sie
machen los
durch Sterben und durch Bluten.
Wie gehorsam war doch sein
Sohn Jesus Christus. Er
wusste alles, was ihm auf
dieser Erde begegnen würde.
Was für ein schweres Leben
und welch ein furchtbares |
Sterben hier seiner wartete.
Dennoch schwankte und zauderte
er keinen Augenblick.
Er war vom Himmel gekommen,
nicht um seinen Willen
zu tun, sondern den Willen
des himmlischen Vaters. Ja,
Gott, ich komme, ich tue deinen
Willen. Und wie muss
Jesus Christus die Welt geliebt
haben, dass er sich entschloss,
seine Herrlichkeit zu
verlassen und zu uns herabzukommen.
Unser Fleisch
und Blut anzunehmen, ein
Leben voller Niedrigkeit,
Schmach und Leiden zu dulden,
die Dornenkrone und
das Kreuz zu erwählen. Er
war zu allem bereit, um verlorenen
Menschen ein Retter
zu werden.
Ja, Vater, ja von
Herzensgrund,
leg auf, ich will’s gern tragen;
mein Wollen hängt an
deinem Mund,
mein Wirken ist dein Sagen.
Paul Gerhardt antwortet hier
selbst und gibt Zeugnis von
seinem Gottvertrauen und
seiner christlichen Heilserfahrung. |
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Mein Lebetage will ich dich
aus meinem Sinn nicht
lassen,
dich will ich stets, gleich wie
du mich,
mit Liebesarmen fassen.
Du sollst sein meines
Herzens Licht,
und wenn mein Herz in
Stücke bricht,
sollst du mein Herze bleiben.
Ich will mich dir mein
höchster Ruhm,
hiermit zu deinem Eigentum
beständiglich verschreiben.
Und was bedeutet uns heute
die Passionszeit noch? Eine
gewissenlose Herzlosigkeit
macht sich breit. Das Osterfest
wird allzu gerne als
Frühlingsfest gefeiert. Die
Bedeutung der Passion geht
mehr und mehr verloren.
Es ist der Fluch der Sünde,
dass durch dieselbe das Herz
erhärtet wird, so dass
schließlich alle menschlichen
Gefühle ersterben und das
Herz wie Stein wird. Gefühllos.
Das ist ein sicheres Zeichen,
dass ein Mensch vom
Geiste Gottes verlassen und
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in die Macht fremder Mächte
geraten ist. Verlassen, wenn
die Gefühle der Liebe, Dankbarkeit
und Ehrfurcht gegenüber
Gott und seinem Nächsten
in seinem Herzen erstorben
sind.
Die Herzlosigkeit, die damals
zur Zeit Jesu Christi unter
Menschen geschah, bricht
jederzeit wieder zutage, wenn
Grundelemente des christlichen
Glaubens wie Nächstenliebe
aufgegeben werden.
Wenn Schlagwörter wie „Geiz
ist geil“ gesellschaftsfähig
werden und unter „Jedem das
Seine“ christliche Weitherzigkeit
(Toleranz) gedeutet
wird. Dann tritt zutage, wie
hart und gefühllos der
Mensch werden kann. Wir
entfernen uns von Gott, wenn
wir nicht an die Vermittlung
und Versöhnung Jesu Christi
glauben.
Paul Gerhardts Lied zur Passion
ist auch heute noch aktueller
denn je. Hier kann
man nur weitergeben: Du
Mensch, du sein geschaffenes
Wesen, gib deine Liebe ihm
zum Dank.
Sieghard Pietschner |
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