Freie evangelische Gemeinde Münster
Gemeinde Online
[Angedacht]  [Andachtsarchiv]
Auswahl
Startseite
Über uns
Gemeindeleitung
Angebote
Gruppen/Kreise
Angedacht
Kontakt
Bilder
Predigten
Anfahrt
Links
Impressum
FeG Intern
 
 
Angedacht.
.Juli 2006
Heilige und Knechte - Gemeindebrief Juli 2006
Christoph Becker, ein Knecht Jesu durch die große Barmherzigkeit Gottes, samt allen Hausgenossen, den Heiligen und Geliebten der Gemeinde Münster: Die Gnade und der Friede von Gott unserem Vater durch seinen geliebten Sohn Jesus Christus, unserem Herrn, sei mit euch allen!

Das ist kein Gag, das ist die Wahrheit - biblische Wahrheit!
Nun schreibt heutzutage niemand mehr in dieser Form, wie sie Paulus in seinen Briefen gewählt hat. Der Inhalt allerdings bleibt auch nach zweitausend Jahren der gleiche:

Wir sind durch den Glauben an die Erlösung Jesu beides: Heilige und Knechte. Das eine schließt das andere nicht aus, sondern ein! Heilige und Knechte, zwei Seiten ein und derselben Medaille, einer Medaille, die Gott verleiht. Nicht, weil wir so liebenswert oder so anständig, sondern weil wir erlöst sind, nennt die Bibel Menschen, die zu Christus gehören, Heilige. Heilige sind Menschen, die durch den
Glauben an Jesus Christus und seinen Kreuzestod in den Herrschaftsbereich Gottes versetzt worden sind, versiegelt durch Gottes Heiligen Geist, der denen geschenkt wird, deren Schuld getilgt ist und die nun in Gottes Augen gerechtfertigt sind. Heilige sind Menschen, die Gott gehören, unverbrüchlich, unwiderruflich. Gott selbst bekennt sich zu ihnen und schützt sie. Wir haben diesen Schutz, diese Bewahrung auch bitter nötig, jeder von uns weiß doch, wie leicht wir Ihm aus dem Ruder laufen und wie angefochten unser kleiner Glaube ist.
Und dennoch - um Jesu willen - keiner kann uns aus seiner Hand reißen. Wir sind bewahrt durch die Gnade Gottes, die uns auch dann nicht loslässt, wenn wir wieder einmal eigene Wege gehen.
Was Heilige nicht sind: Eigenbrödler, Welt abgewandte Spinner, Superfromme, Außergewöhnliche und spirituell Hochbegabte. Heilige sind Menschen wie Du und ich, allerdings Menschen, denen Gott ihre Schuld vergeben hat und der sie in seinen

Herrschaftsbereich gezogen hat.
Heilige sind Menschen, die zu Christus gehören, besser noch, die Christus gehören. Christus gehören bedeutet, dass wir diese Welt mit seinen Augen sehen und dass er uns gebrauchen kann.

Von einem hiesigen Pfarrer hörte ich folgende Geschichte: Eine bedeutende Theologin unserer Tage - sie mag zwischen fünf und sechs Jahre alt gewesen sein - ging mit ihrer Großmutter einmal durch eine alte Kirche. Weil die Sonne so schön schien, erklärte die Großmutter der Enkelin die in den Kirchenfenstern dargestellten Figuren und deren Bedeutung. Als die beiden dann wieder zuhause angekommen waren, fragte jemand die Kleine ein wenig spöttisch: „Na, weißt Du jetzt, was ein Heiliger ist?“ Darauf antwortete das Kind: „Heilige sind Menschen, durch die das Licht scheint.“

„Heilige sind Menschen, durch die das Licht scheint.“ Das setzt voraus, dass wir transparent sind. An dieser Transparenz arbeitet Gott täglich an uns. Von uns aus sind wir wirklich keine Leuchten. Gott macht sich
viel Arbeit mit uns, die mangelnde Transparenz zu korrigieren. Unsere Kälte dem Nächsten gegenüber, die Gleichgültigkeit mit den Problemen der Geschwister, die Ignoranz, mit der wir der Gottlosigkeit unserer Zeit ins Auge sehen und die eigene Selbstverliebtheit machen es Gott schwer, das Licht seiner Liebe und Vergebung durch uns hindurch dringen zu lassen! Es fällt uns doch so unendlich schwer, Gott wichtiger zu nehmen als uns selbst! Aber es geht nicht um unsere Meinung, nicht um unsere Verbesserungsvorschläge, um unsere Ansichten zu Gemeinde, zu Aktivitäten, zu Seelsorge und Lebensführung, sondern darum, wie Gott dazu steht und wie er sich Gemeinde, Aktivitäten, Seelsorge und Lebensführung vorstellt!

Gott möchte täglich an uns arbeiten: Zum einen, damit wir ihn besser verstehen, zum anderen, damit er uns gebrauchen kann, damit andere Menschen Ihn durch uns erkennen.

Seien wir uns darüber im klaren: Gott selbst ist anziehend! Im Grunde ist in jedem Menschen seit dem Sündenfall eine tiefe Sehnsucht nach

Gott. (Das hat mit natürlicher Gotteserkenntnis nichts, aber auch gar nichts zu tun!) Wem Gott sich in seiner Liebe zeigt, und wer die Barmherzigkeit Gottes ahnt, wem Gottes Geist klar macht, welche Sehnsucht der Vater im Himmel nach seinen Menschenkindern hat, so dass er seinen Sohn für uns sterben lässt, der wird von Gott überwältigt sein!

Gott ist anziehend. Kann es nicht sein, dass vieles, was aus dem christlichen Raum kommt, deshalb abstoßend und nicht anziehend ist, weil wir uns selbst präsentieren und repräsentieren statt Gott zum Zuge kommen zu lassen, er uns gebrauchen kann, wir transparent sind?

Nun ist es aber mit der Transparenz derart bestellt, dass jede Eigenmächtigkeit meinerseits Verdunklungsgefahr in sich trägt!
Und ich weiß für meine Person, dass Gott täglich Arbeit und Mühe mit mir hat, weil ich Ihm im Licht stehe, ich undurchsichtig (im wahrsten Sinn des Wortes und übrigens auch von meinen Mitmenschen so empfunden!) bin. Er aber hört nicht auf, mir immer wieder durch sein Wort Klarheit zu schenken
und mich zu reinigen, mich täglich in sein Licht zu stellen.
Darum sind Heilige auch immer zugleich Knechte, weil sie aus sich heraus nicht leuchten können, sie nichts zu sagen haben. Sie sind völlig abhängig von der Lichtquelle, von Gott selbst.
Im Gegensatz aber zu allen Herren dieser Welt knechtet Gott nicht, er unterdrückt, er missbraucht nicht. Er hat uns den schwersten Teil, nämlich unsere Schuld, abgenommen, den Teil, der für uns nicht zu bewältigen war und uns aus dem Herrschaftsbereich der Sünde in das Reich seines Sohnes versetzt!

In diesem Reich des Sohnes, in der völligen Abhängigkeit von Christus ist ein Mensch so frei, wie ihn sich Gott gedacht hat.

Ich danke Gott dafür, dass ich sein Knecht sein darf, freilich - ich weiß es nur zu gut - oftmals ein unnützer Knecht. Aber Er hört ja nicht auf an mir zu arbeiten und: In den Augen Gottes bin ich heilig - um Jesu willen.


Christoph Becker
Impressum | Kontakt | Startseite
Programmierung & Design by Michael Kiesling 2003
Verantwortlich für technische Funktion Thomas Klein