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Angedacht.
.Juni 2008
Gottes Wort, die reiche Beute - Gemeindebrief Juni 2008
So lange es Menschen gibt, sind sie auf der Suche nach Leben, nach dem verborgenen Manna. Sie suchen nach etwas, was Zufriedenheit, Freude und Glück bringt, nach dem Sinn des Lebens. Lange hat man geglaubt, das könnten Wissenschaft, Leistung, Technik und Wohlstand sein. Weit gefehlt! Jede Erneuerung, jede Erfindung erfordert noch mehr Leistung und Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Die Menschen suchen etwas, was Hand und Fuß hat, das alle Bereiche des menschlichen Lebens umfasst. Die Tiefe des Leides, die Höhe der Vollkommenheit, die Weite des Ewigen und die Dichte des wirklichen Lebens.

Beim Grübeln stieß ich auf eine Liebeserklärung an Gott. Da sagt der Psalmist David: Du bist ja mein Gott und mein Herr! Ich weiß von keinem anderen Gut (Glück) außer dir. (Ps. 16, 2) Welch ein Vertrauen steckt in diesem Vers. Es ist ein Wort, das durch schwere Zeiten trägt.
Auch für uns heute ist es eine Lebenshilfe. Es ist gleichzeitig Weisung, Zeugnis und Gebot und gibt unserem Leben Richtung, Form, Hilfe und Schutz. So bewahrt es uns vor Unglauben und Verzweiflung.

So oft wir uns dem Worte Gottes öffnen, kommt Jesus Christus in unser Herz. Er macht das Herz still, dämpft seine Leidenschaften und gibt ihm ein göttliches Leben. Alle anderen Menschen suchen - wir haben einen Grund gefunden! Das ganze Gotteswort liegt in der Person Jesu Christi. Je mehr wir das Wort Gottes anwenden, desto stärker wird unser Glaube. Hinter dem Wort hergehen macht stark. Die tiefsten und tröstlichen Lieder, die wir singen, sind hervorgequollen aus der Erkenntnis des Wortes Gottes.

Jesus ist das Ziel aller Lebensworte der Heiligen Schrift. Er sagt: Ich bin das Brot des Lebens! Das heißt für uns:

Nicht in Menschenworten, sondern in Gottes Wort finden wir den Sinn und die Erfüllung des Lebens. Fühlen wir uns ausgebrannt und durstig, so dass alle menschlichen Quellen des Trostes zu versiegen scheinen, dann erst recht hin zu Jesu Worten! Je hungriger und elender wir sind, desto mehr müssen wir aus der Tiefe der Fülle heraus schöpfen, und um so mehr werden wir die Kraft des verborgenen Brotes des Lebens erfahren. Jesus Christus, wie er in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören haben, dem wir im Leben und Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben (Barmer Theologische Erklärung von 1934).

Eine Bienenwohnung heißt bei uns Imkern eine Beute. Hat ein Imker gute und viele Bienen, dann spricht man von reichen Beuten. Da ist Leben drin, da brummt’s. Da gibt es eine gute Ernte. Der Wert des Volkes wird erkannt. So ist auch das Wort Gottes: Eine geballte Ladung.
Da ist Leben drin, voller Energie. Gute Werte für das Leben!

Der 119. Psalm erzählt von der Herrlichkeit des Wortes Gottes. Die 176 Verse beinhalten, mit Ausnahme von Vers 122, die Gebote, Befehle, Rechte und Worte unseres Gottes. Ein Vers hat mich als Imker besonders angesprochen: Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht. (Ps. 119, 162)

Die Freude hat immer einen Grund: Sie erkennt den Wert des Wortes Gottes. Es ist das einzige, was in schweren Zeiten trägt.

Sieghard Pietschner
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